Mit dem Rückblick auf die Talentsuche 2009 möchten wir euch ermutigen, beim nächsten Mal dabei zu sein. Der Termin für die Talentsuche 2010 wird hier und im Reiterprisma rechtzeitg bekannt gegeben. Also - aufpassen! (Termin wird wieder nach den Sommerferien liegen)
Gesucht und gefunden: Pfälzer Talente
Gespannte Kinder und aufgeregte Eltern wuselten am 26. September über die Petersau bei der jährlichen Talentsuche des Pferdesportverbandes Pfalz. Die Sichtung des reiterlichen Nachwuchses stand auf dem Programm, also jener Kinder, die noch über keine Turniererfahrung verfügen, diese aber in nächster Zeit erwerben wollen. Eingeladen waren Ponyreiter bis zum 12. Lebensjahr, auf Großpferden durften die Teilnehmer höchstens 14 sein. Die Anforderungen entsprachen in etwa der Klasse E in Springen und Dressur, wobei es weder auf Perfektion noch auf Höhe ankommen sollte. In turniergemäßem Rahmen aber möglichst gelassener Stimmung sollten die Kinder sich und ihre Pferde gemäß dem individuellen Ausbildungsstand präsentieren. Danach erhielten sie jeweils ausführliche Rückmeldungen von Mario Schreiber, der als Ausbilder und Richter jeden einzelnen Ritt laut kommentierte. Gemeinsam mit Marion von Opel, der Vorsitzenden des Jugendausschusses Rheinland-Pfalz, und Juliane Steinbach, Richterin und Jugendreferentin des Verbandes Pfalz, traf er schließlich die Auswahl für den landesweiten Lehrgang der Nachwuchstalente, der am letzten Oktoberwochenende in Emmelshausen stattfinden wird. Unterstützt wurde das Trio zusätzlich von Sebastian Rettler, der als Ausbilder auf der Petersau tätig ist und sich vor allem um die Kinder kümmerte, bei denen der Auftritt vor dem hohen Gremium nicht auf Anhieb gelang. Viel Zuspruch, ein bisschen Nachhilfe mit Engelsgeduld so brachte er die kleinen Teilnehmer schließlich doch (buchstäblich) über die Runden.
Nun wäre es ja einfach, wenn reiterliches Talent allein genügen würde, um den Weg auf künftige Siegertreppchen zu ebnen. Ebenso wichtig wie die Veranlagung und Motivation der Kinder sind die Pferde, die sie zur Verfügung haben, die Eltern, die sie unterstützen und die Ausbilder, die sie fördern. Erst wenn das alles zusammenpasst, können die Weichen in Richtung einer Turnierkarriere gestellt werden. Diesem Grundsatz müssen die Veranstaltung und das verantwortliche Auswahlgremium gerecht werden, was die PSVP-Vorsitzende Brigitte Seidler in ihrem Grußwort nachdrücklich betonte. So wendete sich die Jury mit ihren Kommentaren und Empfehlungen auch meist mehr an die Eltern und Ausbilder, die als aufmerksame Zaungäste der Veranstaltung folgten, als an die Teilnehmer selbst. „Beratungsresistenz ist in unserem Sport völlig unangebracht. Wir Ausbilder leiden ja alle unter einer gewissen Profilneurose“, brachte Mario Schreiber die häufig mangelnde Kritikfähigkeit unter Reitlehrern selbstironisch auf den Punkt. Und er scheute sich auch nicht, im Einzelfall auf überforderte oder einfach falsch berittene Kinder hinzuweisen.
Seit dem Jahr 2000 gibt es die Talentsuche auf regionaler Ebene in der Pfalz, damals durch Marion von Opel und Juliane Steinbach aus der Taufe gehoben. 12 Kinder mit ihren Eltern und Ausbildern fanden in diesem Jahr den Weg auf die Petersau, und es hätten gerne ein paar mehr sein dürfen. Immerhin aber hatte die Jury am Ende kein Problem, die jeweils vier Startplätze für die Landeslehrgänge in Dressur und Springen zu vergeben, denn es überwogen eindeutig schöne Bilder von gut ausgebildetem und berittenem Nachwuchs.
Den größten Lacher hatte der zwölfjährige Florian auf seiner Seite, als er beim Springen herunterfiel, mit einem fröhlichen „alles in Ordnung“ wieder aufstand und dann erst einmal die Stange wieder auflegte, die er umgeschubst hatte, während sein Pferd brav auf der anderen Seite des Hindernisses auf ihn wartete. Applaus und Florian darf trotz Sturz nach Emmelshausen fahren, denn der Rest vom Parcours war richtig gut!
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